Ich bin wieder genesen. Allerdings ist im Moment hier nicht ganz soviel los. Das könnte auch daran liegen, dass ich das letzte Wochenende hier praktisch wieder verpasst habe, weil ich ja in Deutschland war. Es war ein schöner kurzer Abstecher nach Hause. Liebe Freunde getroffen und mit Papa Gerbutstag gefeiert. Außerdem konnte ich meine Sehnsucht nach DM-Produkten stillen, Brotbackmischungen kaufen und bei Mama das gute Eifeler Graubrot essen.
Ich bin zwar erst knapp zwei Monate hier, aber irgendwann merkt man, welche Dinge man schnell vermisst. Allen voran, ganz klassisch deutsch: das Brot. Es ist leider kein Vorurteil, dass es in England nur Toast gibt. Selbst das sogenannte "crusty bread" hat obendrauf nur ein etwas festere labberige Schicht. Immerhin konnte ich bei Aldi Brot mit dem schönen Worten "Continental Choice" auf der Packung finden. Das ist praktisch ein Schwarzbrot oder dunkles Körnerbrot. Es ist zwar nicht gerade das Buttermilchbrot vom Neuköllner Biobäcker (buhuhuhu, ich vermisse ihn!), aber es hilft gegen den Toast-Verdruss.
Jetzt da ich gerade so schöne anfange über das Essen in England zu sprechen, kann ich ja noch ein paar meiner Erfahungen schildern. Natürlich ist es in England möglich sich gut und gesund zu ernähren, aber zugleich gibt es ein schockierendes Angebot an Fertigprodukten. Bei einigen muss ich ja sagen, dass ich sie auf eine perverse Art und Weise gut finde. Zum Beispiel diese im Dreieck abgepackten Sandwiches (ich weiß, ich habe gerade noch über das Brot gemotzt, aber hier ist es irgendwie anders). Die gibt es in tausenden Ausführungen und sie dienen dem britischen Durchschnittsstudenten als Lunch. Meistens gibt es in den Supermärkten dazu den sogannten Meal Deal, der ein Getränk, ein Sandwich und eine kleine tüte Chipse zum Sparpreis anbietet. Und genau so kaufen es auch viele. Überhaupt ist England wohl Meister im Chips-Verzehr. Dabei bin ich stets versucht mit zu machen, denn ich muss 27 Jahre ohne Salt and Vinegar Chips aufholen. Ich verstehe nicht, warum es sowas in Deutschland noch nicht gibt.
Ansonsten stehe ich immer noch oft im Supermarkt und wundere mich, was es hier alles als Fertigprodukt gibt. Fertige Füllungen für den Truthahn, fertige "Aufstriche" für Sandwiches, eine gigantische Auswahl an Crackern, Cookies, Biscuits und Konsorten, eine ebenso unglaubliche Auswahl an Dosen- und anderen Fertigsuppen, eine Vielzahl an Dosenprodukten und alle möglichen Pies. Bei Pie dachte ich ja zunächst an Kuchen, es kann aber genauso gut ein schöner Kuchen mit Fleischfüllung in tiefbrauner Soße sein... Bisher konnte ich mich hier noch nicht zum probieren bewegen.
Ich freue mich auf jeden Fall darüber, dass ich täglich Eier von Hühnern habe, für deren Glück ich selbst verantwortlich bin, Äpfel im Garten vom Baum pflücken kann und wir wöchentlich eine Gemüsekiste vom Bio-Bauern bekommen. Das ist oft eine ganz gute Alternative zum Fertigsandwich.
Getränkemäßig gibt es natürlich das typisch englische Alptraumbier namens Ale - ohne Schaum und Kohlensäure, da kein Druck auf dem Fass ist, wird es ins Glas "gepumpt". Aber man kann ganz gut von Lager leben. Ansonsten bin ich als alte Teetrinkerin ja hier sowieso im Himmel. Was mir vor allem aufgefallen ist: wenn ich in Deutschland nach Milch zum schwarzen Tee frage, werde ich oft schräg angeschaut, weil oftmals nicht verstanden wird, wie man nur Milch ins heiße Wasser kippen kann. Wenn ich hier nach Milch für den Tee frage, werde ich auch schräg angeschaut, weil sie schon längst drin ist... ein Leben ohne PG Tips Tee kann ich mir jedenfalls nicht mehr vorstellen.
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Sonntag, 18. Oktober 2009
Pluspunkt fürs britische Fernsehen
Ich bin schon wieder krank. Diesmal hat es mich richtig umgehauen. Seit drei Tagen beschränkt sich mein Aktionsraum auf ein Dreieck aus Bett, Bad und Wasserkocher. Zum Glück habe ich seit heute das Gefühl, dass es langsam aber sicher wieder bergauf geht. Keine Ahnung, warum es mich gleich nach zwei Wochen wieder erwischt hat. Wahrscheinlich habe ich mich nach dem letzten Mal so drauf gefreut, wieder gesund zu werden, dass ich mich zu früh für wieder gesund erklärt habe. Das hab ich nun davon. Diesmal werde ich es ernster nehmen. Zumal ich bis Donnerstag früh garantiert wieder transportfähig sein muss, da ich dann meine kurze Deutschland-Stippvisite antrete. Vater hat runden Geburtstag und feiert dick. Da darf ich natürlich nicht fehlen.
Da ich mich heute, wie bereits erwähnt, etwas besser fühle, habe ich meinen heutigen Aktionsraum mal um das Sofa im Wohnzimmer erweitert um ein bißchen fern zu sehen. Dabei bin ich auf meine neue Lieblingssendung gestoßen: Meerkat Manor. Eine "Doku-Soap" über Erdmännchen. Könnte ich stundenlang schauen. Zu dem normalen Einfangen des Verhaltens der kleinen Biester gibt es hier eine "dramatische" Erzählerstimme, die das ganze wie eine Seifenoper aussehen lässt. Wenn man es 10 Minuten schaut, weiß man bereits, dass es im Prinzip keinen Unterschied zu GZSZ und Co gibt, außer dass die Darsteller wesentlich sympathischer und irgendwie auch authentischer sind...
Das ist also definitiv ein Pluspunkt für das hiesige Fernsehen. Zu Hause habe ich meinen Fernseher ja schon verkauft, weil ich meinen Verblödungsprozess ein bißchen verlangsamen wollte. Hier ist es allerdings zu verlockend ca. 4 Mal am Tag Scrubs, täglich die Simpsons, Gilmore Girls und neuerdings auch meine momentane Lieblingsserie "True Blood" sehen zu können. Und das auch noch alles im englischen Originalton! Außerdem kommen hier ständig gute Filme im Fernsehen. Die Werbung hier ist allerdings wiederum schockierend schrecklich. Meistens geht es um irgendwelche künstliche Scheiße, die man seinem Kind verpassen soll und absolut beschissene Tränendrüsen-Spendenbettler Spots.
So, ich huste nun noch ein bißchen weiter und hoffe auf baldige Genesung.
Da ich mich heute, wie bereits erwähnt, etwas besser fühle, habe ich meinen heutigen Aktionsraum mal um das Sofa im Wohnzimmer erweitert um ein bißchen fern zu sehen. Dabei bin ich auf meine neue Lieblingssendung gestoßen: Meerkat Manor. Eine "Doku-Soap" über Erdmännchen. Könnte ich stundenlang schauen. Zu dem normalen Einfangen des Verhaltens der kleinen Biester gibt es hier eine "dramatische" Erzählerstimme, die das ganze wie eine Seifenoper aussehen lässt. Wenn man es 10 Minuten schaut, weiß man bereits, dass es im Prinzip keinen Unterschied zu GZSZ und Co gibt, außer dass die Darsteller wesentlich sympathischer und irgendwie auch authentischer sind...
Das ist also definitiv ein Pluspunkt für das hiesige Fernsehen. Zu Hause habe ich meinen Fernseher ja schon verkauft, weil ich meinen Verblödungsprozess ein bißchen verlangsamen wollte. Hier ist es allerdings zu verlockend ca. 4 Mal am Tag Scrubs, täglich die Simpsons, Gilmore Girls und neuerdings auch meine momentane Lieblingsserie "True Blood" sehen zu können. Und das auch noch alles im englischen Originalton! Außerdem kommen hier ständig gute Filme im Fernsehen. Die Werbung hier ist allerdings wiederum schockierend schrecklich. Meistens geht es um irgendwelche künstliche Scheiße, die man seinem Kind verpassen soll und absolut beschissene Tränendrüsen-Spendenbettler Spots.
So, ich huste nun noch ein bißchen weiter und hoffe auf baldige Genesung.
Dienstag, 6. Oktober 2009
Having a break...
... war dieses Wochenende das Motto. Leider. Denn ich war krank. Und nein, es war nicht die Schweinegrippe, sondern eine handelsübliche Erkältung. Mein deutsches zentralbeheiztes Immunsystem ist wohl noch nicht so ganz gerüstet für britisches Herbstwetter kombiniert mit dem bestreben meiner Mitbewohner soviel Energie wie möglich zu sparen und das Einschalten der Heizung möglichst lange hinaus zu zögern.
Somit habe ich das Wochenende also überwiegend im Bett und auf der Couch verbracht. Vorher habe ich mich Freitag nochmal für ein Seminar in die Uni geschleppt. Gelohnt hat es sich schon, denn allein der Raum, indem das Seminar stattfindet ist der Wahnsinn. Es ist praktisch ein Kino im Keller der gigantischen Bibliothek der Uni. Allerdings sind die Sessel größer, breiter, bequemer. Es gibt ausklappbare Tische zum schreiben (damit man nicht ganz vergisst, dass man hier gerade in der Uni ist) und breite Armlehnen. Fette Soundanlage und vorne ein recht große Leinwand. Es war auf jeden Fall das bequemste Seminar, das ich je hatte. Leider gab es kein Popcorn im Eingangsbereich... Insgesamt muss ich sagen, dass mich die Uni hier schon sehr beeindruckt. Die Ausstattung ist fantastisch, der Campus wunderschön. Überall kann man sich einfach mal auf einem Sofa niederlassen und lesen und was Essen. Im Student-Union Shop gibt es alles, von Bier, über Zahnpasta, Sandwiches, Uni T-Shirts (die sogar ganz schick sind) bis hin zu Zeitungen, einfach alles. Es gibt eine eigene Kneipe, einen Club, ein riesiges Sportzentrum, eine CD-Library, sogar einen extra Gebetsraum für Moslems. Einfach alles. Mit anderen Worten: diese Uni gibt sich alle Mühe, dass es den Studenten gut geht und sie gerne hier Zeit verbringen. Ich wünschte, unsere Unis in Deutschland würden das tun. Aber wenn ich so recht drüber nachdenke, dann bevorzuge ich doch das (in Berlin zum Glück ja noch) kostenlose Studium.
So, wie gesagt. Wochenende ist für mich praktisch ausgefallen. Deshalb war die größte Aufregung wohl heute meine nachmittägliche Jagd nach unseren Hühnern: Meine Mitbewohnerin Leah hatte gerade das Haus verlassen und ich stand in der Küche, als ich draußen ein leises Gackern hörte. Zwei Hühner standen vor der Tür. Ich war ganz erfreut, weil ich dachte, sie wollten "Hallo!" sagen. Was ich nicht ahnte war, dass sie wohl eigentlich "Tschüss!" sagen wollten. Fünf Minuten später ging ich in den Garten um meine Wäsche auf zu hängen und sie waren weg!
Fast hätte ich begonnen zu glauben, dass Hühner nun doch fliegen können (und nachdem ich am Wochenende Chicken Run mal wieder geschaut habe erst recht), da hörte ich ein leises scharren und gackern im Nachbargarten. Offenbar haben die kleinen Biester ein absolut verstecktes Loch im Zaun in einem Busch entdeckt und sind dadurch einfach abgehauen. Ich musste also losrennen, aus der Haustür, in die Parallelstraße, denn der Nachbargarten hatten freien Zugang zur Straße. Die Hühner hätte also locker auf und davon sein können. Irgendwie ist es mir gelungen ihnen so einen Schrecken ein zu jagen, dass sie es vorgezogen haben, freiwillig in unseren Garten zurück zu kehren. Ich rannte also den selben Weg zurück und fand sie alle zusammen, friedlich pickend in ihrem Gehege. Sie schauten mich an, als wäre nichts gewesen. Ich habe heute bereits mehrfach gelobt, dass ich sie nie wieder für ihr kleines Gehirn auslachen werde...
Somit habe ich das Wochenende also überwiegend im Bett und auf der Couch verbracht. Vorher habe ich mich Freitag nochmal für ein Seminar in die Uni geschleppt. Gelohnt hat es sich schon, denn allein der Raum, indem das Seminar stattfindet ist der Wahnsinn. Es ist praktisch ein Kino im Keller der gigantischen Bibliothek der Uni. Allerdings sind die Sessel größer, breiter, bequemer. Es gibt ausklappbare Tische zum schreiben (damit man nicht ganz vergisst, dass man hier gerade in der Uni ist) und breite Armlehnen. Fette Soundanlage und vorne ein recht große Leinwand. Es war auf jeden Fall das bequemste Seminar, das ich je hatte. Leider gab es kein Popcorn im Eingangsbereich... Insgesamt muss ich sagen, dass mich die Uni hier schon sehr beeindruckt. Die Ausstattung ist fantastisch, der Campus wunderschön. Überall kann man sich einfach mal auf einem Sofa niederlassen und lesen und was Essen. Im Student-Union Shop gibt es alles, von Bier, über Zahnpasta, Sandwiches, Uni T-Shirts (die sogar ganz schick sind) bis hin zu Zeitungen, einfach alles. Es gibt eine eigene Kneipe, einen Club, ein riesiges Sportzentrum, eine CD-Library, sogar einen extra Gebetsraum für Moslems. Einfach alles. Mit anderen Worten: diese Uni gibt sich alle Mühe, dass es den Studenten gut geht und sie gerne hier Zeit verbringen. Ich wünschte, unsere Unis in Deutschland würden das tun. Aber wenn ich so recht drüber nachdenke, dann bevorzuge ich doch das (in Berlin zum Glück ja noch) kostenlose Studium.
So, wie gesagt. Wochenende ist für mich praktisch ausgefallen. Deshalb war die größte Aufregung wohl heute meine nachmittägliche Jagd nach unseren Hühnern: Meine Mitbewohnerin Leah hatte gerade das Haus verlassen und ich stand in der Küche, als ich draußen ein leises Gackern hörte. Zwei Hühner standen vor der Tür. Ich war ganz erfreut, weil ich dachte, sie wollten "Hallo!" sagen. Was ich nicht ahnte war, dass sie wohl eigentlich "Tschüss!" sagen wollten. Fünf Minuten später ging ich in den Garten um meine Wäsche auf zu hängen und sie waren weg!
Fast hätte ich begonnen zu glauben, dass Hühner nun doch fliegen können (und nachdem ich am Wochenende Chicken Run mal wieder geschaut habe erst recht), da hörte ich ein leises scharren und gackern im Nachbargarten. Offenbar haben die kleinen Biester ein absolut verstecktes Loch im Zaun in einem Busch entdeckt und sind dadurch einfach abgehauen. Ich musste also losrennen, aus der Haustür, in die Parallelstraße, denn der Nachbargarten hatten freien Zugang zur Straße. Die Hühner hätte also locker auf und davon sein können. Irgendwie ist es mir gelungen ihnen so einen Schrecken ein zu jagen, dass sie es vorgezogen haben, freiwillig in unseren Garten zurück zu kehren. Ich rannte also den selben Weg zurück und fand sie alle zusammen, friedlich pickend in ihrem Gehege. Sie schauten mich an, als wäre nichts gewesen. Ich habe heute bereits mehrfach gelobt, dass ich sie nie wieder für ihr kleines Gehirn auslachen werde...
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