... war dieses Wochenende das Motto. Leider. Denn ich war krank. Und nein, es war nicht die Schweinegrippe, sondern eine handelsübliche Erkältung. Mein deutsches zentralbeheiztes Immunsystem ist wohl noch nicht so ganz gerüstet für britisches Herbstwetter kombiniert mit dem bestreben meiner Mitbewohner soviel Energie wie möglich zu sparen und das Einschalten der Heizung möglichst lange hinaus zu zögern.
Somit habe ich das Wochenende also überwiegend im Bett und auf der Couch verbracht. Vorher habe ich mich Freitag nochmal für ein Seminar in die Uni geschleppt. Gelohnt hat es sich schon, denn allein der Raum, indem das Seminar stattfindet ist der Wahnsinn. Es ist praktisch ein Kino im Keller der gigantischen Bibliothek der Uni. Allerdings sind die Sessel größer, breiter, bequemer. Es gibt ausklappbare Tische zum schreiben (damit man nicht ganz vergisst, dass man hier gerade in der Uni ist) und breite Armlehnen. Fette Soundanlage und vorne ein recht große Leinwand. Es war auf jeden Fall das bequemste Seminar, das ich je hatte. Leider gab es kein Popcorn im Eingangsbereich... Insgesamt muss ich sagen, dass mich die Uni hier schon sehr beeindruckt. Die Ausstattung ist fantastisch, der Campus wunderschön. Überall kann man sich einfach mal auf einem Sofa niederlassen und lesen und was Essen. Im Student-Union Shop gibt es alles, von Bier, über Zahnpasta, Sandwiches, Uni T-Shirts (die sogar ganz schick sind) bis hin zu Zeitungen, einfach alles. Es gibt eine eigene Kneipe, einen Club, ein riesiges Sportzentrum, eine CD-Library, sogar einen extra Gebetsraum für Moslems. Einfach alles. Mit anderen Worten: diese Uni gibt sich alle Mühe, dass es den Studenten gut geht und sie gerne hier Zeit verbringen. Ich wünschte, unsere Unis in Deutschland würden das tun. Aber wenn ich so recht drüber nachdenke, dann bevorzuge ich doch das (in Berlin zum Glück ja noch) kostenlose Studium.
So, wie gesagt. Wochenende ist für mich praktisch ausgefallen. Deshalb war die größte Aufregung wohl heute meine nachmittägliche Jagd nach unseren Hühnern: Meine Mitbewohnerin Leah hatte gerade das Haus verlassen und ich stand in der Küche, als ich draußen ein leises Gackern hörte. Zwei Hühner standen vor der Tür. Ich war ganz erfreut, weil ich dachte, sie wollten "Hallo!" sagen. Was ich nicht ahnte war, dass sie wohl eigentlich "Tschüss!" sagen wollten. Fünf Minuten später ging ich in den Garten um meine Wäsche auf zu hängen und sie waren weg!
Fast hätte ich begonnen zu glauben, dass Hühner nun doch fliegen können (und nachdem ich am Wochenende Chicken Run mal wieder geschaut habe erst recht), da hörte ich ein leises scharren und gackern im Nachbargarten. Offenbar haben die kleinen Biester ein absolut verstecktes Loch im Zaun in einem Busch entdeckt und sind dadurch einfach abgehauen. Ich musste also losrennen, aus der Haustür, in die Parallelstraße, denn der Nachbargarten hatten freien Zugang zur Straße. Die Hühner hätte also locker auf und davon sein können. Irgendwie ist es mir gelungen ihnen so einen Schrecken ein zu jagen, dass sie es vorgezogen haben, freiwillig in unseren Garten zurück zu kehren. Ich rannte also den selben Weg zurück und fand sie alle zusammen, friedlich pickend in ihrem Gehege. Sie schauten mich an, als wäre nichts gewesen. Ich habe heute bereits mehrfach gelobt, dass ich sie nie wieder für ihr kleines Gehirn auslachen werde...
Dienstag, 6. Oktober 2009
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