Montag, 30. November 2009

United Kingdom of Great Music?

Wie die Zeit verfliegt. Erschrocken stelle ich gerade fest, dass mein Letzter Eintrag schon wieder gute zwei Wochen zurück liegt.
Was war los in diesen zwei Wochen? Nun, ich glaube grob gesagt, habe ich tatsächlich ein bißchen für die Uni gearbeitet... und ein bißchen mehr gefeiert.
In der Uni ist gerade Essay-Zeit. Dieser Eintrag ist eigentlich auch nur eine Art Prokratination. Wer nicht weiß, was Prokrastination ist, der führe sich diese kleine Erläuterung zu Gemüte:

Naja, mein Essay über die amerikanische Kultur in den 60er Jahren ist ja erst nächste Woche fällig. Da kann ich ja wohl kurz noch was über die britische Musikkultur schreiben.
Erstmal war ich vor zwei Wochen, mit den bereits im letzten Eintrag erwähnten feierwütigen Iren auf einem sehr schönen Konzert. Grundsätzlich hatte ich das Ticket gekauft, weil ich erstens die angeblich "Best Live Venue of the UK", Rock City, mal von innen sehen wollte und zweitens, weil alle hin gegangen sind. Die Band hingegen kannte ich nur von Myspace und fand sie ganz okay. Wer hätte gedacht, dass ich hinterher völlig verschwitzt und geflasht aus dem Konzert gehen würde. Die Band, die mich dort so begeistert hat nennt sich Alabama 3, besteht aus 5 oder 6 alten Haudegen und einer Frau, die aussieht wie eine Piratenbraut aus Flucht der Karibik und rockt gewaltig. Wer hätte das gedacht: Country Musik aus England mit fetten Beats.
Am vergangenen Freitag war ich mal wieder Clubben. Hier in England ist ja Dubstep und Drum N Bass recht ne ganze Ecke populärer, als wir es aus deutschen Clubs gewohnt sind. Selbst in den Mainstream-Dissen läuft hin und wieder mal ein gebrochener Beat. Das Highlight der Nacht war definitiv das Set von Benga. Der relativ kleine Raum in den "Rescue Rooms" war in kürzester Zeit ein kochender Hexenkessel. Manche Beats haben mir fast den Magen umgedreht und zu guter letzt haben Benga und sein MC noch einen ordentlichen Stagedive hingelegt. Besser gehts nicht... naja, ein bißchen mehr Wasser und Sauerstoff hätte ich mir vorstellen können. Aber irgendwie gehörte das dazu...
Die britishen Charts hingegen sind schlichtweg zum Weglaufen. Wenn ihr wissen wollt was dort abgeht, dann schaut Euch mal bei Youtube Videos wie "Sexy Chick" von David Gauletta an oder die total authentische Boyband "JLS". Einfach nur grausam...

Sonntag, 15. November 2009

Die spinnen, die Briten

Gestern war ich im Pub um mit 10 Verfeierten Iren, 2 Franzosen und ein paar Unbeteiligten zu sehen, wie Irland von Frankreich geschrubbt wird. Dabei bin ich auf diesen Bierdeckel gestoßen:


Unglaublich, dass hier sogar auf Bierdeckeln für die Armee geworben sind. Überhaupt findet man hier einen für meine Verhältnisse recht krassen Patriotismus. Am 11. November war Gedenktag für die gefallenen Soldaten und das Ende des ersten Weltkrieges. Es war irgendwie eine komische Ironie erst als patriotische Rheinländerin die Sessionseröffnung live vom Altermarkt im Internet zu schauen und dann kurz danach BBC News ein zu schalten und die zwei Schweigeminuten mit zu bekommen.
Überrascht hat mich beispielsweise auch, dass die Armee selbst in der Uni für sich wirbt. Sie hatten beispielsweise beim Fresher's Fair (eine Art Marktplatz, wo alle Uni Institutionen für sich werben) in der ersten Woche auch einen Stand, wo sie sich und ihre ach-so-tollen Missionen präsentiert haben.
Mann Mann. In dem Fall muss ich wirklich sagen, dass mir regelmäßig schlecht wird, wenn ich sowas sehe...

Montag, 9. November 2009

Guy Fawkes Day, Halloween und der ganze Rest

Ich weiß garnicht, wo ich anfangen soll. Ich habe gerade ein quasi viertägiges Wochenende hinter mir. Ich bin etwas müde, aber nun möchte ich mir doch ein bißchen Zeit nehmen, um nochmal einen schönen Eintrag zu schreiben.
Gehen wir also chronologisch vor:
Letzte Woche Freitag: Bettinas Geburtstag. Bettina ist eine andere Deutsche, die ich hier durch meinen Mitbewohner kennen gelernt habe. Sie kommt aus München und haut leider am Dienstag auch schon wieder ab aus Notts. Immerhin hat sie ihren Geburtstag hier gebührend gefeiert. Es fing an bei Mar (einer Spanierin) zu Hause, wo wir erstmal die zwei P's zelebriert haben. Pizza und Porrón. Dabei handelt es sich um ein spanisches Trink-Gerät, mit dem man sich Rotwein direkt in den Hals kippt, ohne dabei das Ding zu berühren. Das macht irgendwie Spaß aber kann einen aber auch ganz schön betrunken machen. Ganz abgesehen von den Rotweinflecken. Mein Mitbewohner zeigt auf dem Bild, recht eindrucksvoll, wie man es richtig macht...
Von notts 2009

Nachdem wir schon eine kleine Party bei Mar veranstaltet hatten, ging es weiter in einen Pub, der mir sehr gut gefallen hat. Dieser nennt sich "Moog" und ist ausnahmsweise mal nicht in der Innenstadt. Dort haben wir dann noch fröhlich weitergefeiert und haben uns wie immer ein Taxi nach Hause genommen. Taxi fahren gehört hier eh zum Alltag. Oft gibt es ja zum Glück die schicken Londoner 5-Sitzer Taxen, so dass es auch nicht allzu teuer ist.
Samstag: Halloween. Mittlerweile hat es sich ja schon soweit ausgebreitet, dass ich hier das ganze drumherum nicht mehr groß zu erklären brauche. Mein Plan war grundsätzlich auf einen sogenannten "Rave" zu gehen. Für mich ist das ja ein ziemlicher 90s Ausdruck, hier muss man ihn allerdings in verschiedenen Situationen verwenden. Man kann nämlich nicht einfach immer Party sagen. Nein, es muss unterschieden werden zwischen Party (bei jemandem zu Hause), Clubnight (der Name sagts) und einem Rave. Ein Rave wäre also eher mit einer illegalen Party elektronischer Natur gleich zu setzen. Naja, das war auf jeden Fall der Plan für die spätere Nacht. Zuerst trafen wir uns bei Kate und Tim. Dort war es auf jeden Fall sehr sehr witzig. Was nicht zuletzt an den großartigen Kostümen meiner beiden Mitbewohner lag. Coco ging als Pet, Pet ging als Coco. Dadurch, dass die beiden sich schon wirklich lange kennen und gute Freunde sind, waren die Imitationen meist großartig absurd und wahr zugleich. Wir haben viel gelacht. Es gibt ein paar beweislastige Fotos im altbekannten Album... Nunja, der Abend bei Kate war lustig und lang. Ein paar haben es nicht mehr geschafft, sich noch für den Rave zu mobilisieren. Ich war allerdings im harten Kern, der sich noch auf den Weg gemacht hat. Es gestaltete sich nicht wirklich einfach, diesen Rave zu finden, aber nach einer kleinen Odyssey, haben wir ihn tatsächlich gefunden. Gigantisch groß. Unglaublich viele Leute, mehrere Floors unter einer Autobahnbrücke. Schön war's auf jeden Fall...
Die Woche: Tja, unter der Woche passiert natürlich weniger großes. Mittwoch war ich allerdings mit Kate, Leah, Pet und Lil (eine Freundin meiner Mitbewohnerin, Leah) auf einem kleinen Pubkonzert einer sehr tollen Sängerin. Ganz entspannt auf ein Pint und schöne, jazzige Musik einer fantastischen Sängerin. Nachzuhören hier
Ja, und dann kam ja auch schon Donnerstag, der Guy Fawkes Day. Guy Fawkes ist so ne Art britischer Nationalheld, der irgendwann im 16. oder 17. Jahrhundert versucht hat, das Parlament in die Luft zu sprengen. Das ist allerdings nicht gelungen. Dennoch wird ihm jedes Jahr am 5. November gedacht. Vielleicht kennt ja der ein oder andere die Comic Verfilmung "V For Vendetta", die ich persönlich gut finde, alle anderen in meinem Umfeld allerdings meist als für superschlecht halten. Der bezieht sich auf jeden Fall auch ziemlich viel auf Guy Fawkes. Das gedenken funktioniert hier so, dass es eine Riesenkirmes mit Kotzschleudern aller Art, ein großes Feuer und ein Feuerwerk gibt. Da es ein "Family Event" sein soll, ist der Konsum von Alkohol auf dem Geländer streng untersagt und man muss ständig sein Bier vor Polizisten verstecken. Anschließend waren wir noch in einem netten Pub, der tatsächlich Veltins vom Fass hatte (YAY!!)
Freitag war ich dann kurz für meine zwei Seminar-Stündchen in der Uni. Dort habe ich bei der Einteilung für unsere Gruppenprojekte noch einen anderen Deutschen aus Bremen kennen gelernt. Bei unserem späteren Heimweg durften wir dann nach und nach feststellen, dass wir in der selben Straße, nur ein paar Häuser von einander entfernt wohnen... Nottingham ist auch nur ein Dorf...
Freitag abend stand für uns die nächste Party bei Jack und Ellie, zwei Freunden von uns, an. Das war sehr nett, allerdings bin ich hier ausnahmsweise mal recht früh abgehauen. Dennoch muss ich zugeben, dass ich gestern recht müde war.
Immerhin war ich gestern noch im Park, habe ein bißchen Frisbee gespielt, danach zum Dinner, auf ein Pint und ein paar Partien Pool in unseren "Stammpub" "The Happy Return"(von uns nur "The Happy" genannt), dann nach Hause. Eigentlich wollten wir ja noch ausgehen, aber wie das halt auch manchmal ist in der Box, kommen ein paar Leute vorbei und die Party entwickelt sich im heimischen Wohnzimmer. Wir haben auf jeden Fall doch noch gut gerockt, auch wenn wir nur 6 oder 7 Leute waren. Am Ende habe ich dann mit meinem beiden polnischen Freundinnen Xenia und Ilona noch (wie immer) Hey Sokoje (Pfadis, ihr wisst was ich meine) zum besten gegeben. Ich werde übrigens immer wieder gelobt dafür, wie akzentfrei und astrein ich polnisch singen kann :-)
Heute habe ich einen traditionellen faulen Sonntag begonnen, war aber eben noch kurz "at the Happy" für ein Pint und ne Partie Pool. Morgen ist Montag... mein "Day off", aber ich werde es wohl etwas ruhiger angehen und nur ein bißchen in die Stadt einkaufen gehen...
Abends gibts dann noch das große Abschiedstreffen für Bettina bei uns. Das wird bestimmt traurig. Sie ist die erste aus meiner so liebgewonnenen Crew, die uns verlässt.
Ich muss nun schlafen. Gute Nacht!