Dienstag, 29. September 2009

L'auberge anglais

Meine Version von L'auberge espagnole.
Vermutlich kennen die meisten zumindest einen Teil dieser modernen Bibel für Erasmus Studenten. Ich glaube der Film hat für Barcelona einen wahren Erasmus-Hype hervorgerufen. Ich bin nicht in Barcelona, ich habe keinen Strand, keine Wärme, kein La Paloma. Ich habe Nottingham, ich habe den River Trent, wolkiges kühles Herbstwetter... aber ich habe meine persönliche L'auberge anglais. Die heißt wiederum aber hier schon lange "The Box". Das ist der Name unseres Hauses. Ich weiß noch nicht genau warum, aber eins ist klar. The Box ist die Partyconnection. The Box ist international. Und The Box ist mindestens genauso liebenswert und chaotisch wie die Filmvorlage in Barcelona. Ich war viel feiern an den letzten beiden Wochenenden. Ich habe wieder gelernt wie es ist um 3 Uhr nach Hause zu gehen (weil im Club/Pub die Lichter angehen) und nicht erst los zu gehen. Hausparties gab es auch schon welche. Ich habe echte spanische Tortilla gegessen, mich mit Franzosen über Wörter für Popel unterhalten, Besonderheiten des irischen Englisch kennen gelernt, habe meinem belgischen Mitbewohner Djembe gespielt, bin echtes Londoner 5-Sitzer Taxi gefahren, habe versucht das britische Englisch aus Stoke zu verstehen und am vergangenen Wochenende zu später Stunde am Versuch teilgenommen, wie viele Nationen wir auf eine 2er Couch bekommen (ich glaube wir schafften sieben). Und das wichtigste: ich habe mich dabei immer wohl gefüht und riesig gefreut, dass ich hier bin und all diese Menschen treffen darf. Mit Fotos kann ich diesmal leider nicht dienen, ich war etwas faul was das betrifft.
Morgen geht dann die Uni wirklich los. Ich bin ja mal gespannt, wie Seminare hier so sind und ob ich bei der Anmeldung alles richtig gemacht habe. Ich werde berichten.

Mittwoch, 23. September 2009

Week One/Two and the funky chicken

Zack! Schon wieder ne Woche rum. Mannomann, wie die Zeit verfliegt.
Ich den letzten 8 Tagen ging hier langsam das Leben ein bißchen los. Aber vorher haben wir am Wochenende nochmal mächtig Gas gegeben. Freitag Geburstagsparty von Fan, der Französin, wo ich mich vor allem mit dem Romain, dem französischen Mann von Amaia, einer spanischen Freundin über lustige Wörter für Popel in verschiedenen Sprachen unterhalten habe. Wie ihr merkt: ich bin hier voll in meinem Element. Samstag hatte ich dann einen klassischen Hangover, hab mich aber trotzdem noch Abends mit für ein Touristenbier im angeblich ältesten Pub Englands aus dem Haus geschleppt. Danach habe ich mich dann noch überreden lassen, kurz mit essen zu gehen, danach "Okay, aber nur ein Bierchen im Pub.", dann "Okay, aber jetzt wirklich nur noch eins." in einem anderenm Pub... bis dieser dann zu gemacht hat. Das ist allerdings jetzt keine besonders späte Zeit. Um 3 Uhr ist hier Sense. Das ist wirklich komisch, wo ich doch die letzten Male in Berlin immer erst um 3 Uhr losgegangen bin. Woran ich mich auch noch gewöhnen muss, ist die "Mode", die britische Damen abends zum Ausgehen zu tragen pflegen. Erst dachte ich, ich wäre im Rotlichtviertel gelandet, bis ich merkte, dass es gar keine Prostituierten sind, sondern Studentinnen. Diese Mode kann aber auch unterhaltsam sein, wenn sie zu späterer Stunde, wie Kinder, die gerade erst laufen gelernt haben, mit ihren High Heels auf die Fresse fallen. Denn natürlich müssen sie sich auch druckbetanken. Schließlich machen die Pubs und Clubs ja alles so früh zu. Naja, trotz dieser Eigenheiten und erfüllten Klischees, hatte ich jede Menge Spaß am Wochenende. Abgerundet wurde dies dann noch durch wunderschönes Sonntagswetter und einen Besuch im Park. Und weil das Wetter dann so schön war, haben wir abends noch gegrillt. Geht ja alles spontan hier. Die Geschäfte haben ja geöffnet.
Von notts 2009

Montag wurde es dann ernst. Naja, zumindest sollte es wohl ernst werden. Wir hatten das erste Erasmus treffen. Es gab einen Haufen wichtiges Papier, ein paar Informationen zum Verlauf der Woche usw. Dann war der Tag auch schon wieder vorbei. Ich habe dort meine Komolitonen aus Berlin getroffen und hab noch ein bißchen mit ihnen den Campus erkundet. Ich habe ein bißchen Angst, dass mir meine Heimatuni bald total popelig vorkommt, bei den Möglichkeiten, die einem hier geboten sind. Alles ist schick, geschniegelt und modern. Im Moment überlege ich noch, ob ich mir eine Sportscard zulege. Damit kann ich umsonst das Schwimmbad der Uni benutzen und habe das Recht alle anderen Sportangebote der Uni zu nutzen. Aber 55 Pfund sind nicht wenig und ich merke so langsam, wie hier alles finanziell reinhaut...
Im Moment ist hier die sogenannte "Week One". In dieser Woche finden noch keine Lehrveranstaltungen statt, sondern nur Einführungen, Anmeldungen und so'n Kram...
Heute morgen hab ich es geschafft mich für die Kurse an zu melden. Zwar nicht die, die ich mir eigentlich erträumt hatte, aber immerhin war ein bißchen was interessantes dabei. Hier besteht ein Kurs allerdings nicht nur aus einem 2 stündigen Seminar, sondern meistens aus einer Vorlesung, einem Seminar und einem Workshop. Was genau der Unterschied zwischen Seminar und Workshop ist, weiß ich auch noch nicht, aber das wird sich dann bestimmt rausstellen, wenns nächste Woche dann richtig losgeht.
Gestern Abend haben wir außerdem vier neue Hühner bekommen. Wir haben nun jeder unser eigenes Huhn und haben sie nach anderen Tieren benannt. Meins heißt Eagle.
Von notts 2009

Heute abend geht es denn mal in das angeblich kleinste Kino der Welt, das Screen Room. Da gerade immer mehr Leute Bock haben mit zu kommen, fürchte ich, dass wir die 20 Plätze alleine füllen werden. Coco Chanel werden wir sehen. Ich bin mal gespannt. Genau wie auf das morgige erste Erasmus "Social Event".

Mittwoch, 16. September 2009

Die erste Woche

Nun bin ich schon fast eine Woche hier. Da wirds mal Zeit für eine erste kurze Zwischenbilanz:
Eigentlich ist noch nicht wirklich viel passiert. Überwiegend hab ichs mir einfach gut gehen lassen, hab schön ausgeschlafen und bin tagsüber viel herumgelaufen. Überwiegend Richtung Uni-Campus oder Innenstadt. Gestern war ich, nach einem erfolglosen Versuch bereits meinen Studi-Ausweis abzuholen, im Wollaton Park. Das ist eine riesige Anlage nördlich von der Uni. In der Mitte steht ein gigantisches Herrenhaus. Sehr beeindruckend. Auch sonst ist der Park echt schön. Überall gepflegter Rasen, wie man sich das von England so vorstellt und ganz klischeemäßig noch ein paar Rehe, die frei herumlaufen. Seht selbst:
Von notts 2009

Von notts 2009


Langsam beginnt sich die Stadt hier mit Studenten zu füllen. Überall laufen keine Grüppchen herum und sind offenbar gerade beim House-Hunting. Ich freue mich, dass mir dies praktisch erspart geblieben ist. Langsam beginne ich sogar die Größe meines schuhkartongroßen Zimmers zu schätzen. Ich muss praktisch nie aufstehen, um irgendwas zu erreichen. Und viel Krempel hab ich ja eh nicht mit. Und wenn ich mal ein bißchen Auslauf brauch, dann haben wir ja immer noch Wohnzimmer und Garten.
Auch der Linksverkehr ist für mich mittlerweile keine akute Lebensgefahr mehr, sondern nur noch etwas ungewohnt. Das hiesige Bussystem ist eine Katastrophe. Ich liebäugel auf jeden Fall mit der Anschaffung eines günstigen Fahrrads. Bisher konnte mich das Wetter noch nicht von der Idee abbringen. Ich habe noch keinen Tropfen britischen Regen gesehen und es ist auch immer noch keiner in Sicht.
Ansonsten fällt mir immer wieder auf, wie leer es in den Straßen ist. Ich glaube die Briten sind ähnlich begeisterte Autofahrer wie die Amis. Nur in der Innenstadt wimmelt es vor Fußgängern. Die Leute kaufen, was das Zeug hält. Scheinbar ist die Wirtschaftskrise hier noch nicht im Einzelhandel angekommen.
Ich muss mich nun langsam leider an meine "Altlast" aus Berlin namens Hausarbeit begeben, damit ich nächste Woche frisch und unverblümt mit der hiesigen Uni anfangen kann.

Samstag, 12. September 2009

Exploring Notts

Ich bin müde, meine Füße tun weh. Gestern war City Centre erkunden und Karaoke Party angesagt, heute hab ich mir die Uni erlaufen. Leider habe ich bei allen Touren viel zu viel Strecke zurück gelegt, da die Straßen von Nottingham alles andere als logisch und einfach angeordnet sind und oftmals unverhofft abbiegen und einem keine Chance geben auf eine andere Straße zu wechseln. Außerdem ist diese Stadt verdammt hügelig. Das britische Wuppertal sozusagen.
Meine WG war definitiv ein Glücksgriff. Das Kennenlernen ist hier echt ein Selbstläufer. Gestern waren wir Karaoke singen im Hinterzimmer eines chinesischen Restaurants. Das war die Abschiedsparty von Richard, einem deutschen Kumpel meiner Mitbewohner, der nächste Woche zurück nach Deutschland geht, weil er mit seinem Studium fertig ist und hier keinen Job findet. Es war noch ein Haufen anderer Leute da und alle waren nett und offen und witzig drauf. Ich konnte durch erstaunliche Textsicherheit bei Britney Spears punkten. Nachdem wir dann alle gemeinsam noch "Yellow Submarine" zum besten gegeben haben, habe ich mich verabschiedet und bin nach Hause gegangen. Aber es war ein Riesenspaß und ich freu mich jetzt schon, wenn ich wieder mit diesen Leute ausgehen kann.
Heute stand dann für mich die Uni-Besichtigung auf dem Plan. Mal wieder wurde diese durch das obligatorische Verlaufen in die Länge gezogen. Erstmal habe ich mir ein hässliches, einsames Industriegebiet angeschaut ehe ich dann doch den South Entrance des Uni Campus' gefunden habe. Als hätte ich es so geplant (und gewusst), war heute Tag der offenen Tür. Also habe ich mir schnell ein Programm besorgt und mir erstmal die Vorstellungs Lecture für American and Canadian Studies angehört. Die war allerdings weniger informativ, weil die Professorin eigentlich nur mit gekonnt intelektuell-arrogantem Blick zuerst das Institut gelobhudelt hat und schließlich noch in 20 Minuten durch die Geschichte der Sklaverei in den USA geprescht ist. Aber trotzdem war's ganz amüsant und interessant mal die Uni auch von Innen zu sehen. Innen ist sie allerdings längst nicht so beeindruckend wie von außen. Als ich am Campus ankam musste ich schon einige Mal staunen. Als hätten Sie in die Rheinaue einfach ein paar Prachtgebäude gestellt und das dann Campus genannt. Leider auch in alter Nottingham-Manier total hügelig. Aber wunderschön. Aber ich will es nicht weiter beschreiben. Ich stell einfach ein paar Bilder rein und ihr seht selbst:
Von notts 2009

Von notts 2009

Von notts 2009

Von notts 2009

Von notts 2009

Von notts 2009


Ich habe lange mit dem Blog gekämpft, um die Bilder besser ein zu fügen. Aber es ging nicht anders als so. Wenn Ihr mehr und größere Bilder sehen wollt, einfach unter den Link darunter oder hier klicken und ihr kommt in mein Picasa Album.

Freitag, 11. September 2009

Angekommen

Wow, selten hat eine Reise so reibungslos geklappt wie meine hierher gestern.
Flughafen - dort von der Aufregung gepackt ins Flugzeug - Flug - Landung - Warten auf den Bus - Busfahrt - Ankommen - Laura & Leah sofort gefunden - ins Auto nach Hause - ankommen - Coco treffen - Abendessen - Bier - Quatschen - Bett. Völlig unspektakulär.
Was wiederum spektakulär war, war die Art, wie ich hier empfangen werde. Meine drei Mitbewohner sind so nett, wie ich schon geahnt hatte, völlig unkompliziert. Das Haus ist niedlich und gemütlich. Ich wurde abgeholt, bekocht und bekam heute morgen Tee serviert... Gehts noch besser?
Ok, mein Zimmer ist wirklich klein, aber ich finds auch irgendwie gemütlich. Und es reicht mir allemal für die Zeit. Also: ich habe nichts worüber ich mich beschweren kann.
Die Busfahrt gestern war zwar lang mit 4 Stunden, aber dafür wurde ich fast durchgehend durch eine wunderschöne britische Landschaft gefahren, die sich, entgegen aller Vorurteile, mit einem spektakulären Sonnenuntergang und keinem Wölkchen am Himmel ins Dunkel verabschiedet hat.
Gleich werde ich dann mal die Gegend ein bißchen erkunden, nen Supermarkt finden und vielleicht mal bei der Uni reinschauen. Ich warte nur noch auf meine irische Mitbewohnerin Leah, die mir die Richtungen ein bißchen zeigen wollte.
Bald werde ich dann auch hier mit den ersten Fotos aufwarten. Vielleicht gibt es ja was von der Karaoke Party zu berichten, auf die ich heute abend eingeladen bin...
Fazit: Ich freu mich auf ein großartiges halbes Jahr. Es fühlt sich wirklich alles sehr gut an bisher. Ich bin gespannt auf mehr.

Mittwoch, 9. September 2009

Morgen gehts los!

Morgen um diese Uhrzeit werde ich schon fast in Nottingham sein. Mein Bus wird auf jeden Fall gerade auf meine neue Heimatstadt für die nächsten 5 Monate zurollen und meine netten neuen Mitbewohner hoffentlich schon auf mich warten.
Gerade noch in letzter Sekunde habe ich eine Hausarbeit fertig gestellt. Die geht morgen noch schnell per Post nach Berlin. Dann noch schnell ein paar Pfund an der Bank abholen, packen, was reinpasst und ab gehts.
Ich werde baldmöglichst berichten, wie's läuft bzw. gelaufen ist und genieße nun die letzte Nacht in Deutschland im elterlichen Gästezimmer und morgen früh noch schnell das letzte Körnerbrot.

Dienstag, 1. September 2009

Disneys Bild von Notts



Das ist das Bild, was mir Disney von Nottingham vermitteln möchte. Soll ich das etwa glauben? Ich denke, ich werde einen Hauch optimistischer bleiben...