Mittwoch, 9. Dezember 2009

Christmas, Christmas, Christmas, Christmas....

Eigentlich wollte ich mich heute der Wissenschaft zur Verfügung stellen und an irgendeinem tollen Economic Decision Making Experiment teil zu nehmen (wofür man auch recht fürstlich entlohnt wird), aber dank roten Ampeln und langsamen Radfahrern in der Busspur war ich drei Minuten zu spät und konnte nicht mehr mitmachen. Somit kann ich ja nun hier mal ein bißchen updaten, bevor ich mich beim nächsten Experiment heute mittag nochmal in Pünktlichkeit versuchen kann...
So, was gibt es denn so zu berichten. Erstmal habe ich praktisch schon Ferien. Mein lettes Essay habe ich am Montag abgegeben. Der nächse Abgabetermin ist der 11. Januar. Davor habe ich dann zwar noch einiges zu tun, aber das kann jetzt erstmal bis nach Weihnachten warten. Jetzt habe ich also unterm Strich noch 4 Stunden Uni, morgen kommt der weit angereiste Geburtstagsbesuch aus Deutschland und Samstag gibt es dann unsere dicke Triple-Geburtstags The Box rocks Hausparty. Deshalb muss ich nun aufpassen, dass mich die Erkältung nicht kriegt. Das wäre wirklich ein Desaster.
Heute in einer Woche fliege ich schon wieder für Weihnachten nach Hause. Kann ich mir noch garnicht vorstellen. Obwohl hier schon alle Zeichen auf Weihnachten stehen. Am Samstag haben wir alle unser Wohnzimmer weihnachtlich dekoriert, im Fernsehen läuft eigentlich keine Werbung mehr, die nichts mit Weihnachten zu tun hat und in jedem Geschäft läuft cheesige Weihnachtsmusik...
Hier in Nottingham gibt es tatsächlich einen German Christmas Market. Offenbar scheint das Schicksal mich und meine leichte Weihnachtsmarkt Antipathie ein wenig ärgern zu wollen. Aber ein Versöhnungsgrund ist dann wiederum die Bude, die tatsächlich deutsches Brot anbietet. Gut zu wissen, aber probiert hab ich es noch nicht...
Am Montag hat mich Nastja (Erasmus Kollegin aus Berlin) zum German Christmas Dinner in ihre WG eingeladen. War nett und lecker. Rotkohl, Klöße und Huhn. Wie sehr habe ich Rotkohl und Klöße vermisst...
Viel mehr fällt mir gerade nicht ein. Ich wünsche für alle Fälle schonmal frohes Weihnachten.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Ich liebe Wikipedia

Immer für einen Lacher gut, die gute alte Enzyklopädie.
Ich hatte eben eine Diskussion mit meinen Mitbewohnern über Nationalhymnen und Co. Schließlich musste ich erklären, warum und für was sich Peter Doherty genau entschuldigen musste. Da kam die berechtigte Frage auf, warum Deutschland denn ausgerechnet das selbe Lied wie die Nazis weiterhin verwenden musste und sich nicht eine völlig neue Hymne zugelegt hat. Berechtigte Frage, ich wusste keine Antwort. Also gerade schnell zu Wikipedia um morgen ein bißchen Licht ins Dunkel bringen zu können.
Im Artikel zur deutschen Nationalhymne stieß ich auf folgenden Satz:

"Für das diplomatische Protokoll wurde aber eine offizielle Hymne benötigt. Bundeskanzler Konrad Adenauer empfand es als peinlich, dass zum Beispiel bei einem deutsch-belgischen Fußballspiel in Köln nach der belgischen Hymne der Karnevalsschlager „Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“ gespielt wurde; er selbst war bei einem Staatsbesuch in Chicago mit „Heidewitzka, Herr Kapitän“ empfangen worden."

Ist das nicht großartig? Das sind Hymnen bei denen sogar ich verzückt aufstehen würde...
Ich liebe Wikipedia und ich liebe Köln!
Alaaf!

Montag, 30. November 2009

United Kingdom of Great Music?

Wie die Zeit verfliegt. Erschrocken stelle ich gerade fest, dass mein Letzter Eintrag schon wieder gute zwei Wochen zurück liegt.
Was war los in diesen zwei Wochen? Nun, ich glaube grob gesagt, habe ich tatsächlich ein bißchen für die Uni gearbeitet... und ein bißchen mehr gefeiert.
In der Uni ist gerade Essay-Zeit. Dieser Eintrag ist eigentlich auch nur eine Art Prokratination. Wer nicht weiß, was Prokrastination ist, der führe sich diese kleine Erläuterung zu Gemüte:

Naja, mein Essay über die amerikanische Kultur in den 60er Jahren ist ja erst nächste Woche fällig. Da kann ich ja wohl kurz noch was über die britische Musikkultur schreiben.
Erstmal war ich vor zwei Wochen, mit den bereits im letzten Eintrag erwähnten feierwütigen Iren auf einem sehr schönen Konzert. Grundsätzlich hatte ich das Ticket gekauft, weil ich erstens die angeblich "Best Live Venue of the UK", Rock City, mal von innen sehen wollte und zweitens, weil alle hin gegangen sind. Die Band hingegen kannte ich nur von Myspace und fand sie ganz okay. Wer hätte gedacht, dass ich hinterher völlig verschwitzt und geflasht aus dem Konzert gehen würde. Die Band, die mich dort so begeistert hat nennt sich Alabama 3, besteht aus 5 oder 6 alten Haudegen und einer Frau, die aussieht wie eine Piratenbraut aus Flucht der Karibik und rockt gewaltig. Wer hätte das gedacht: Country Musik aus England mit fetten Beats.
Am vergangenen Freitag war ich mal wieder Clubben. Hier in England ist ja Dubstep und Drum N Bass recht ne ganze Ecke populärer, als wir es aus deutschen Clubs gewohnt sind. Selbst in den Mainstream-Dissen läuft hin und wieder mal ein gebrochener Beat. Das Highlight der Nacht war definitiv das Set von Benga. Der relativ kleine Raum in den "Rescue Rooms" war in kürzester Zeit ein kochender Hexenkessel. Manche Beats haben mir fast den Magen umgedreht und zu guter letzt haben Benga und sein MC noch einen ordentlichen Stagedive hingelegt. Besser gehts nicht... naja, ein bißchen mehr Wasser und Sauerstoff hätte ich mir vorstellen können. Aber irgendwie gehörte das dazu...
Die britishen Charts hingegen sind schlichtweg zum Weglaufen. Wenn ihr wissen wollt was dort abgeht, dann schaut Euch mal bei Youtube Videos wie "Sexy Chick" von David Gauletta an oder die total authentische Boyband "JLS". Einfach nur grausam...

Sonntag, 15. November 2009

Die spinnen, die Briten

Gestern war ich im Pub um mit 10 Verfeierten Iren, 2 Franzosen und ein paar Unbeteiligten zu sehen, wie Irland von Frankreich geschrubbt wird. Dabei bin ich auf diesen Bierdeckel gestoßen:


Unglaublich, dass hier sogar auf Bierdeckeln für die Armee geworben sind. Überhaupt findet man hier einen für meine Verhältnisse recht krassen Patriotismus. Am 11. November war Gedenktag für die gefallenen Soldaten und das Ende des ersten Weltkrieges. Es war irgendwie eine komische Ironie erst als patriotische Rheinländerin die Sessionseröffnung live vom Altermarkt im Internet zu schauen und dann kurz danach BBC News ein zu schalten und die zwei Schweigeminuten mit zu bekommen.
Überrascht hat mich beispielsweise auch, dass die Armee selbst in der Uni für sich wirbt. Sie hatten beispielsweise beim Fresher's Fair (eine Art Marktplatz, wo alle Uni Institutionen für sich werben) in der ersten Woche auch einen Stand, wo sie sich und ihre ach-so-tollen Missionen präsentiert haben.
Mann Mann. In dem Fall muss ich wirklich sagen, dass mir regelmäßig schlecht wird, wenn ich sowas sehe...

Montag, 9. November 2009

Guy Fawkes Day, Halloween und der ganze Rest

Ich weiß garnicht, wo ich anfangen soll. Ich habe gerade ein quasi viertägiges Wochenende hinter mir. Ich bin etwas müde, aber nun möchte ich mir doch ein bißchen Zeit nehmen, um nochmal einen schönen Eintrag zu schreiben.
Gehen wir also chronologisch vor:
Letzte Woche Freitag: Bettinas Geburtstag. Bettina ist eine andere Deutsche, die ich hier durch meinen Mitbewohner kennen gelernt habe. Sie kommt aus München und haut leider am Dienstag auch schon wieder ab aus Notts. Immerhin hat sie ihren Geburtstag hier gebührend gefeiert. Es fing an bei Mar (einer Spanierin) zu Hause, wo wir erstmal die zwei P's zelebriert haben. Pizza und Porrón. Dabei handelt es sich um ein spanisches Trink-Gerät, mit dem man sich Rotwein direkt in den Hals kippt, ohne dabei das Ding zu berühren. Das macht irgendwie Spaß aber kann einen aber auch ganz schön betrunken machen. Ganz abgesehen von den Rotweinflecken. Mein Mitbewohner zeigt auf dem Bild, recht eindrucksvoll, wie man es richtig macht...
Von notts 2009

Nachdem wir schon eine kleine Party bei Mar veranstaltet hatten, ging es weiter in einen Pub, der mir sehr gut gefallen hat. Dieser nennt sich "Moog" und ist ausnahmsweise mal nicht in der Innenstadt. Dort haben wir dann noch fröhlich weitergefeiert und haben uns wie immer ein Taxi nach Hause genommen. Taxi fahren gehört hier eh zum Alltag. Oft gibt es ja zum Glück die schicken Londoner 5-Sitzer Taxen, so dass es auch nicht allzu teuer ist.
Samstag: Halloween. Mittlerweile hat es sich ja schon soweit ausgebreitet, dass ich hier das ganze drumherum nicht mehr groß zu erklären brauche. Mein Plan war grundsätzlich auf einen sogenannten "Rave" zu gehen. Für mich ist das ja ein ziemlicher 90s Ausdruck, hier muss man ihn allerdings in verschiedenen Situationen verwenden. Man kann nämlich nicht einfach immer Party sagen. Nein, es muss unterschieden werden zwischen Party (bei jemandem zu Hause), Clubnight (der Name sagts) und einem Rave. Ein Rave wäre also eher mit einer illegalen Party elektronischer Natur gleich zu setzen. Naja, das war auf jeden Fall der Plan für die spätere Nacht. Zuerst trafen wir uns bei Kate und Tim. Dort war es auf jeden Fall sehr sehr witzig. Was nicht zuletzt an den großartigen Kostümen meiner beiden Mitbewohner lag. Coco ging als Pet, Pet ging als Coco. Dadurch, dass die beiden sich schon wirklich lange kennen und gute Freunde sind, waren die Imitationen meist großartig absurd und wahr zugleich. Wir haben viel gelacht. Es gibt ein paar beweislastige Fotos im altbekannten Album... Nunja, der Abend bei Kate war lustig und lang. Ein paar haben es nicht mehr geschafft, sich noch für den Rave zu mobilisieren. Ich war allerdings im harten Kern, der sich noch auf den Weg gemacht hat. Es gestaltete sich nicht wirklich einfach, diesen Rave zu finden, aber nach einer kleinen Odyssey, haben wir ihn tatsächlich gefunden. Gigantisch groß. Unglaublich viele Leute, mehrere Floors unter einer Autobahnbrücke. Schön war's auf jeden Fall...
Die Woche: Tja, unter der Woche passiert natürlich weniger großes. Mittwoch war ich allerdings mit Kate, Leah, Pet und Lil (eine Freundin meiner Mitbewohnerin, Leah) auf einem kleinen Pubkonzert einer sehr tollen Sängerin. Ganz entspannt auf ein Pint und schöne, jazzige Musik einer fantastischen Sängerin. Nachzuhören hier
Ja, und dann kam ja auch schon Donnerstag, der Guy Fawkes Day. Guy Fawkes ist so ne Art britischer Nationalheld, der irgendwann im 16. oder 17. Jahrhundert versucht hat, das Parlament in die Luft zu sprengen. Das ist allerdings nicht gelungen. Dennoch wird ihm jedes Jahr am 5. November gedacht. Vielleicht kennt ja der ein oder andere die Comic Verfilmung "V For Vendetta", die ich persönlich gut finde, alle anderen in meinem Umfeld allerdings meist als für superschlecht halten. Der bezieht sich auf jeden Fall auch ziemlich viel auf Guy Fawkes. Das gedenken funktioniert hier so, dass es eine Riesenkirmes mit Kotzschleudern aller Art, ein großes Feuer und ein Feuerwerk gibt. Da es ein "Family Event" sein soll, ist der Konsum von Alkohol auf dem Geländer streng untersagt und man muss ständig sein Bier vor Polizisten verstecken. Anschließend waren wir noch in einem netten Pub, der tatsächlich Veltins vom Fass hatte (YAY!!)
Freitag war ich dann kurz für meine zwei Seminar-Stündchen in der Uni. Dort habe ich bei der Einteilung für unsere Gruppenprojekte noch einen anderen Deutschen aus Bremen kennen gelernt. Bei unserem späteren Heimweg durften wir dann nach und nach feststellen, dass wir in der selben Straße, nur ein paar Häuser von einander entfernt wohnen... Nottingham ist auch nur ein Dorf...
Freitag abend stand für uns die nächste Party bei Jack und Ellie, zwei Freunden von uns, an. Das war sehr nett, allerdings bin ich hier ausnahmsweise mal recht früh abgehauen. Dennoch muss ich zugeben, dass ich gestern recht müde war.
Immerhin war ich gestern noch im Park, habe ein bißchen Frisbee gespielt, danach zum Dinner, auf ein Pint und ein paar Partien Pool in unseren "Stammpub" "The Happy Return"(von uns nur "The Happy" genannt), dann nach Hause. Eigentlich wollten wir ja noch ausgehen, aber wie das halt auch manchmal ist in der Box, kommen ein paar Leute vorbei und die Party entwickelt sich im heimischen Wohnzimmer. Wir haben auf jeden Fall doch noch gut gerockt, auch wenn wir nur 6 oder 7 Leute waren. Am Ende habe ich dann mit meinem beiden polnischen Freundinnen Xenia und Ilona noch (wie immer) Hey Sokoje (Pfadis, ihr wisst was ich meine) zum besten gegeben. Ich werde übrigens immer wieder gelobt dafür, wie akzentfrei und astrein ich polnisch singen kann :-)
Heute habe ich einen traditionellen faulen Sonntag begonnen, war aber eben noch kurz "at the Happy" für ein Pint und ne Partie Pool. Morgen ist Montag... mein "Day off", aber ich werde es wohl etwas ruhiger angehen und nur ein bißchen in die Stadt einkaufen gehen...
Abends gibts dann noch das große Abschiedstreffen für Bettina bei uns. Das wird bestimmt traurig. Sie ist die erste aus meiner so liebgewonnenen Crew, die uns verlässt.
Ich muss nun schlafen. Gute Nacht!

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Kulinarisches England

Ich bin wieder genesen. Allerdings ist im Moment hier nicht ganz soviel los. Das könnte auch daran liegen, dass ich das letzte Wochenende hier praktisch wieder verpasst habe, weil ich ja in Deutschland war. Es war ein schöner kurzer Abstecher nach Hause. Liebe Freunde getroffen und mit Papa Gerbutstag gefeiert. Außerdem konnte ich meine Sehnsucht nach DM-Produkten stillen, Brotbackmischungen kaufen und bei Mama das gute Eifeler Graubrot essen.
Ich bin zwar erst knapp zwei Monate hier, aber irgendwann merkt man, welche Dinge man schnell vermisst. Allen voran, ganz klassisch deutsch: das Brot. Es ist leider kein Vorurteil, dass es in England nur Toast gibt. Selbst das sogenannte "crusty bread" hat obendrauf nur ein etwas festere labberige Schicht. Immerhin konnte ich bei Aldi Brot mit dem schönen Worten "Continental Choice" auf der Packung finden. Das ist praktisch ein Schwarzbrot oder dunkles Körnerbrot. Es ist zwar nicht gerade das Buttermilchbrot vom Neuköllner Biobäcker (buhuhuhu, ich vermisse ihn!), aber es hilft gegen den Toast-Verdruss.
Jetzt da ich gerade so schöne anfange über das Essen in England zu sprechen, kann ich ja noch ein paar meiner Erfahungen schildern. Natürlich ist es in England möglich sich gut und gesund zu ernähren, aber zugleich gibt es ein schockierendes Angebot an Fertigprodukten. Bei einigen muss ich ja sagen, dass ich sie auf eine perverse Art und Weise gut finde. Zum Beispiel diese im Dreieck abgepackten Sandwiches (ich weiß, ich habe gerade noch über das Brot gemotzt, aber hier ist es irgendwie anders). Die gibt es in tausenden Ausführungen und sie dienen dem britischen Durchschnittsstudenten als Lunch. Meistens gibt es in den Supermärkten dazu den sogannten Meal Deal, der ein Getränk, ein Sandwich und eine kleine tüte Chipse zum Sparpreis anbietet. Und genau so kaufen es auch viele. Überhaupt ist England wohl Meister im Chips-Verzehr. Dabei bin ich stets versucht mit zu machen, denn ich muss 27 Jahre ohne Salt and Vinegar Chips aufholen. Ich verstehe nicht, warum es sowas in Deutschland noch nicht gibt.
Ansonsten stehe ich immer noch oft im Supermarkt und wundere mich, was es hier alles als Fertigprodukt gibt. Fertige Füllungen für den Truthahn, fertige "Aufstriche" für Sandwiches, eine gigantische Auswahl an Crackern, Cookies, Biscuits und Konsorten, eine ebenso unglaubliche Auswahl an Dosen- und anderen Fertigsuppen, eine Vielzahl an Dosenprodukten und alle möglichen Pies. Bei Pie dachte ich ja zunächst an Kuchen, es kann aber genauso gut ein schöner Kuchen mit Fleischfüllung in tiefbrauner Soße sein... Bisher konnte ich mich hier noch nicht zum probieren bewegen.
Ich freue mich auf jeden Fall darüber, dass ich täglich Eier von Hühnern habe, für deren Glück ich selbst verantwortlich bin, Äpfel im Garten vom Baum pflücken kann und wir wöchentlich eine Gemüsekiste vom Bio-Bauern bekommen. Das ist oft eine ganz gute Alternative zum Fertigsandwich.
Getränkemäßig gibt es natürlich das typisch englische Alptraumbier namens Ale - ohne Schaum und Kohlensäure, da kein Druck auf dem Fass ist, wird es ins Glas "gepumpt". Aber man kann ganz gut von Lager leben. Ansonsten bin ich als alte Teetrinkerin ja hier sowieso im Himmel. Was mir vor allem aufgefallen ist: wenn ich in Deutschland nach Milch zum schwarzen Tee frage, werde ich oft schräg angeschaut, weil oftmals nicht verstanden wird, wie man nur Milch ins heiße Wasser kippen kann. Wenn ich hier nach Milch für den Tee frage, werde ich auch schräg angeschaut, weil sie schon längst drin ist... ein Leben ohne PG Tips Tee kann ich mir jedenfalls nicht mehr vorstellen.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Pluspunkt fürs britische Fernsehen

Ich bin schon wieder krank. Diesmal hat es mich richtig umgehauen. Seit drei Tagen beschränkt sich mein Aktionsraum auf ein Dreieck aus Bett, Bad und Wasserkocher. Zum Glück habe ich seit heute das Gefühl, dass es langsam aber sicher wieder bergauf geht. Keine Ahnung, warum es mich gleich nach zwei Wochen wieder erwischt hat. Wahrscheinlich habe ich mich nach dem letzten Mal so drauf gefreut, wieder gesund zu werden, dass ich mich zu früh für wieder gesund erklärt habe. Das hab ich nun davon. Diesmal werde ich es ernster nehmen. Zumal ich bis Donnerstag früh garantiert wieder transportfähig sein muss, da ich dann meine kurze Deutschland-Stippvisite antrete. Vater hat runden Geburtstag und feiert dick. Da darf ich natürlich nicht fehlen.
Da ich mich heute, wie bereits erwähnt, etwas besser fühle, habe ich meinen heutigen Aktionsraum mal um das Sofa im Wohnzimmer erweitert um ein bißchen fern zu sehen. Dabei bin ich auf meine neue Lieblingssendung gestoßen: Meerkat Manor. Eine "Doku-Soap" über Erdmännchen. Könnte ich stundenlang schauen. Zu dem normalen Einfangen des Verhaltens der kleinen Biester gibt es hier eine "dramatische" Erzählerstimme, die das ganze wie eine Seifenoper aussehen lässt. Wenn man es 10 Minuten schaut, weiß man bereits, dass es im Prinzip keinen Unterschied zu GZSZ und Co gibt, außer dass die Darsteller wesentlich sympathischer und irgendwie auch authentischer sind...
Das ist also definitiv ein Pluspunkt für das hiesige Fernsehen. Zu Hause habe ich meinen Fernseher ja schon verkauft, weil ich meinen Verblödungsprozess ein bißchen verlangsamen wollte. Hier ist es allerdings zu verlockend ca. 4 Mal am Tag Scrubs, täglich die Simpsons, Gilmore Girls und neuerdings auch meine momentane Lieblingsserie "True Blood" sehen zu können. Und das auch noch alles im englischen Originalton! Außerdem kommen hier ständig gute Filme im Fernsehen. Die Werbung hier ist allerdings wiederum schockierend schrecklich. Meistens geht es um irgendwelche künstliche Scheiße, die man seinem Kind verpassen soll und absolut beschissene Tränendrüsen-Spendenbettler Spots.
So, ich huste nun noch ein bißchen weiter und hoffe auf baldige Genesung.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Having a break...

... war dieses Wochenende das Motto. Leider. Denn ich war krank. Und nein, es war nicht die Schweinegrippe, sondern eine handelsübliche Erkältung. Mein deutsches zentralbeheiztes Immunsystem ist wohl noch nicht so ganz gerüstet für britisches Herbstwetter kombiniert mit dem bestreben meiner Mitbewohner soviel Energie wie möglich zu sparen und das Einschalten der Heizung möglichst lange hinaus zu zögern.
Somit habe ich das Wochenende also überwiegend im Bett und auf der Couch verbracht. Vorher habe ich mich Freitag nochmal für ein Seminar in die Uni geschleppt. Gelohnt hat es sich schon, denn allein der Raum, indem das Seminar stattfindet ist der Wahnsinn. Es ist praktisch ein Kino im Keller der gigantischen Bibliothek der Uni. Allerdings sind die Sessel größer, breiter, bequemer. Es gibt ausklappbare Tische zum schreiben (damit man nicht ganz vergisst, dass man hier gerade in der Uni ist) und breite Armlehnen. Fette Soundanlage und vorne ein recht große Leinwand. Es war auf jeden Fall das bequemste Seminar, das ich je hatte. Leider gab es kein Popcorn im Eingangsbereich... Insgesamt muss ich sagen, dass mich die Uni hier schon sehr beeindruckt. Die Ausstattung ist fantastisch, der Campus wunderschön. Überall kann man sich einfach mal auf einem Sofa niederlassen und lesen und was Essen. Im Student-Union Shop gibt es alles, von Bier, über Zahnpasta, Sandwiches, Uni T-Shirts (die sogar ganz schick sind) bis hin zu Zeitungen, einfach alles. Es gibt eine eigene Kneipe, einen Club, ein riesiges Sportzentrum, eine CD-Library, sogar einen extra Gebetsraum für Moslems. Einfach alles. Mit anderen Worten: diese Uni gibt sich alle Mühe, dass es den Studenten gut geht und sie gerne hier Zeit verbringen. Ich wünschte, unsere Unis in Deutschland würden das tun. Aber wenn ich so recht drüber nachdenke, dann bevorzuge ich doch das (in Berlin zum Glück ja noch) kostenlose Studium.
So, wie gesagt. Wochenende ist für mich praktisch ausgefallen. Deshalb war die größte Aufregung wohl heute meine nachmittägliche Jagd nach unseren Hühnern: Meine Mitbewohnerin Leah hatte gerade das Haus verlassen und ich stand in der Küche, als ich draußen ein leises Gackern hörte. Zwei Hühner standen vor der Tür. Ich war ganz erfreut, weil ich dachte, sie wollten "Hallo!" sagen. Was ich nicht ahnte war, dass sie wohl eigentlich "Tschüss!" sagen wollten. Fünf Minuten später ging ich in den Garten um meine Wäsche auf zu hängen und sie waren weg!
Fast hätte ich begonnen zu glauben, dass Hühner nun doch fliegen können (und nachdem ich am Wochenende Chicken Run mal wieder geschaut habe erst recht), da hörte ich ein leises scharren und gackern im Nachbargarten. Offenbar haben die kleinen Biester ein absolut verstecktes Loch im Zaun in einem Busch entdeckt und sind dadurch einfach abgehauen. Ich musste also losrennen, aus der Haustür, in die Parallelstraße, denn der Nachbargarten hatten freien Zugang zur Straße. Die Hühner hätte also locker auf und davon sein können. Irgendwie ist es mir gelungen ihnen so einen Schrecken ein zu jagen, dass sie es vorgezogen haben, freiwillig in unseren Garten zurück zu kehren. Ich rannte also den selben Weg zurück und fand sie alle zusammen, friedlich pickend in ihrem Gehege. Sie schauten mich an, als wäre nichts gewesen. Ich habe heute bereits mehrfach gelobt, dass ich sie nie wieder für ihr kleines Gehirn auslachen werde...

Dienstag, 29. September 2009

L'auberge anglais

Meine Version von L'auberge espagnole.
Vermutlich kennen die meisten zumindest einen Teil dieser modernen Bibel für Erasmus Studenten. Ich glaube der Film hat für Barcelona einen wahren Erasmus-Hype hervorgerufen. Ich bin nicht in Barcelona, ich habe keinen Strand, keine Wärme, kein La Paloma. Ich habe Nottingham, ich habe den River Trent, wolkiges kühles Herbstwetter... aber ich habe meine persönliche L'auberge anglais. Die heißt wiederum aber hier schon lange "The Box". Das ist der Name unseres Hauses. Ich weiß noch nicht genau warum, aber eins ist klar. The Box ist die Partyconnection. The Box ist international. Und The Box ist mindestens genauso liebenswert und chaotisch wie die Filmvorlage in Barcelona. Ich war viel feiern an den letzten beiden Wochenenden. Ich habe wieder gelernt wie es ist um 3 Uhr nach Hause zu gehen (weil im Club/Pub die Lichter angehen) und nicht erst los zu gehen. Hausparties gab es auch schon welche. Ich habe echte spanische Tortilla gegessen, mich mit Franzosen über Wörter für Popel unterhalten, Besonderheiten des irischen Englisch kennen gelernt, habe meinem belgischen Mitbewohner Djembe gespielt, bin echtes Londoner 5-Sitzer Taxi gefahren, habe versucht das britische Englisch aus Stoke zu verstehen und am vergangenen Wochenende zu später Stunde am Versuch teilgenommen, wie viele Nationen wir auf eine 2er Couch bekommen (ich glaube wir schafften sieben). Und das wichtigste: ich habe mich dabei immer wohl gefüht und riesig gefreut, dass ich hier bin und all diese Menschen treffen darf. Mit Fotos kann ich diesmal leider nicht dienen, ich war etwas faul was das betrifft.
Morgen geht dann die Uni wirklich los. Ich bin ja mal gespannt, wie Seminare hier so sind und ob ich bei der Anmeldung alles richtig gemacht habe. Ich werde berichten.

Mittwoch, 23. September 2009

Week One/Two and the funky chicken

Zack! Schon wieder ne Woche rum. Mannomann, wie die Zeit verfliegt.
Ich den letzten 8 Tagen ging hier langsam das Leben ein bißchen los. Aber vorher haben wir am Wochenende nochmal mächtig Gas gegeben. Freitag Geburstagsparty von Fan, der Französin, wo ich mich vor allem mit dem Romain, dem französischen Mann von Amaia, einer spanischen Freundin über lustige Wörter für Popel in verschiedenen Sprachen unterhalten habe. Wie ihr merkt: ich bin hier voll in meinem Element. Samstag hatte ich dann einen klassischen Hangover, hab mich aber trotzdem noch Abends mit für ein Touristenbier im angeblich ältesten Pub Englands aus dem Haus geschleppt. Danach habe ich mich dann noch überreden lassen, kurz mit essen zu gehen, danach "Okay, aber nur ein Bierchen im Pub.", dann "Okay, aber jetzt wirklich nur noch eins." in einem anderenm Pub... bis dieser dann zu gemacht hat. Das ist allerdings jetzt keine besonders späte Zeit. Um 3 Uhr ist hier Sense. Das ist wirklich komisch, wo ich doch die letzten Male in Berlin immer erst um 3 Uhr losgegangen bin. Woran ich mich auch noch gewöhnen muss, ist die "Mode", die britische Damen abends zum Ausgehen zu tragen pflegen. Erst dachte ich, ich wäre im Rotlichtviertel gelandet, bis ich merkte, dass es gar keine Prostituierten sind, sondern Studentinnen. Diese Mode kann aber auch unterhaltsam sein, wenn sie zu späterer Stunde, wie Kinder, die gerade erst laufen gelernt haben, mit ihren High Heels auf die Fresse fallen. Denn natürlich müssen sie sich auch druckbetanken. Schließlich machen die Pubs und Clubs ja alles so früh zu. Naja, trotz dieser Eigenheiten und erfüllten Klischees, hatte ich jede Menge Spaß am Wochenende. Abgerundet wurde dies dann noch durch wunderschönes Sonntagswetter und einen Besuch im Park. Und weil das Wetter dann so schön war, haben wir abends noch gegrillt. Geht ja alles spontan hier. Die Geschäfte haben ja geöffnet.
Von notts 2009

Montag wurde es dann ernst. Naja, zumindest sollte es wohl ernst werden. Wir hatten das erste Erasmus treffen. Es gab einen Haufen wichtiges Papier, ein paar Informationen zum Verlauf der Woche usw. Dann war der Tag auch schon wieder vorbei. Ich habe dort meine Komolitonen aus Berlin getroffen und hab noch ein bißchen mit ihnen den Campus erkundet. Ich habe ein bißchen Angst, dass mir meine Heimatuni bald total popelig vorkommt, bei den Möglichkeiten, die einem hier geboten sind. Alles ist schick, geschniegelt und modern. Im Moment überlege ich noch, ob ich mir eine Sportscard zulege. Damit kann ich umsonst das Schwimmbad der Uni benutzen und habe das Recht alle anderen Sportangebote der Uni zu nutzen. Aber 55 Pfund sind nicht wenig und ich merke so langsam, wie hier alles finanziell reinhaut...
Im Moment ist hier die sogenannte "Week One". In dieser Woche finden noch keine Lehrveranstaltungen statt, sondern nur Einführungen, Anmeldungen und so'n Kram...
Heute morgen hab ich es geschafft mich für die Kurse an zu melden. Zwar nicht die, die ich mir eigentlich erträumt hatte, aber immerhin war ein bißchen was interessantes dabei. Hier besteht ein Kurs allerdings nicht nur aus einem 2 stündigen Seminar, sondern meistens aus einer Vorlesung, einem Seminar und einem Workshop. Was genau der Unterschied zwischen Seminar und Workshop ist, weiß ich auch noch nicht, aber das wird sich dann bestimmt rausstellen, wenns nächste Woche dann richtig losgeht.
Gestern Abend haben wir außerdem vier neue Hühner bekommen. Wir haben nun jeder unser eigenes Huhn und haben sie nach anderen Tieren benannt. Meins heißt Eagle.
Von notts 2009

Heute abend geht es denn mal in das angeblich kleinste Kino der Welt, das Screen Room. Da gerade immer mehr Leute Bock haben mit zu kommen, fürchte ich, dass wir die 20 Plätze alleine füllen werden. Coco Chanel werden wir sehen. Ich bin mal gespannt. Genau wie auf das morgige erste Erasmus "Social Event".

Mittwoch, 16. September 2009

Die erste Woche

Nun bin ich schon fast eine Woche hier. Da wirds mal Zeit für eine erste kurze Zwischenbilanz:
Eigentlich ist noch nicht wirklich viel passiert. Überwiegend hab ichs mir einfach gut gehen lassen, hab schön ausgeschlafen und bin tagsüber viel herumgelaufen. Überwiegend Richtung Uni-Campus oder Innenstadt. Gestern war ich, nach einem erfolglosen Versuch bereits meinen Studi-Ausweis abzuholen, im Wollaton Park. Das ist eine riesige Anlage nördlich von der Uni. In der Mitte steht ein gigantisches Herrenhaus. Sehr beeindruckend. Auch sonst ist der Park echt schön. Überall gepflegter Rasen, wie man sich das von England so vorstellt und ganz klischeemäßig noch ein paar Rehe, die frei herumlaufen. Seht selbst:
Von notts 2009

Von notts 2009


Langsam beginnt sich die Stadt hier mit Studenten zu füllen. Überall laufen keine Grüppchen herum und sind offenbar gerade beim House-Hunting. Ich freue mich, dass mir dies praktisch erspart geblieben ist. Langsam beginne ich sogar die Größe meines schuhkartongroßen Zimmers zu schätzen. Ich muss praktisch nie aufstehen, um irgendwas zu erreichen. Und viel Krempel hab ich ja eh nicht mit. Und wenn ich mal ein bißchen Auslauf brauch, dann haben wir ja immer noch Wohnzimmer und Garten.
Auch der Linksverkehr ist für mich mittlerweile keine akute Lebensgefahr mehr, sondern nur noch etwas ungewohnt. Das hiesige Bussystem ist eine Katastrophe. Ich liebäugel auf jeden Fall mit der Anschaffung eines günstigen Fahrrads. Bisher konnte mich das Wetter noch nicht von der Idee abbringen. Ich habe noch keinen Tropfen britischen Regen gesehen und es ist auch immer noch keiner in Sicht.
Ansonsten fällt mir immer wieder auf, wie leer es in den Straßen ist. Ich glaube die Briten sind ähnlich begeisterte Autofahrer wie die Amis. Nur in der Innenstadt wimmelt es vor Fußgängern. Die Leute kaufen, was das Zeug hält. Scheinbar ist die Wirtschaftskrise hier noch nicht im Einzelhandel angekommen.
Ich muss mich nun langsam leider an meine "Altlast" aus Berlin namens Hausarbeit begeben, damit ich nächste Woche frisch und unverblümt mit der hiesigen Uni anfangen kann.

Samstag, 12. September 2009

Exploring Notts

Ich bin müde, meine Füße tun weh. Gestern war City Centre erkunden und Karaoke Party angesagt, heute hab ich mir die Uni erlaufen. Leider habe ich bei allen Touren viel zu viel Strecke zurück gelegt, da die Straßen von Nottingham alles andere als logisch und einfach angeordnet sind und oftmals unverhofft abbiegen und einem keine Chance geben auf eine andere Straße zu wechseln. Außerdem ist diese Stadt verdammt hügelig. Das britische Wuppertal sozusagen.
Meine WG war definitiv ein Glücksgriff. Das Kennenlernen ist hier echt ein Selbstläufer. Gestern waren wir Karaoke singen im Hinterzimmer eines chinesischen Restaurants. Das war die Abschiedsparty von Richard, einem deutschen Kumpel meiner Mitbewohner, der nächste Woche zurück nach Deutschland geht, weil er mit seinem Studium fertig ist und hier keinen Job findet. Es war noch ein Haufen anderer Leute da und alle waren nett und offen und witzig drauf. Ich konnte durch erstaunliche Textsicherheit bei Britney Spears punkten. Nachdem wir dann alle gemeinsam noch "Yellow Submarine" zum besten gegeben haben, habe ich mich verabschiedet und bin nach Hause gegangen. Aber es war ein Riesenspaß und ich freu mich jetzt schon, wenn ich wieder mit diesen Leute ausgehen kann.
Heute stand dann für mich die Uni-Besichtigung auf dem Plan. Mal wieder wurde diese durch das obligatorische Verlaufen in die Länge gezogen. Erstmal habe ich mir ein hässliches, einsames Industriegebiet angeschaut ehe ich dann doch den South Entrance des Uni Campus' gefunden habe. Als hätte ich es so geplant (und gewusst), war heute Tag der offenen Tür. Also habe ich mir schnell ein Programm besorgt und mir erstmal die Vorstellungs Lecture für American and Canadian Studies angehört. Die war allerdings weniger informativ, weil die Professorin eigentlich nur mit gekonnt intelektuell-arrogantem Blick zuerst das Institut gelobhudelt hat und schließlich noch in 20 Minuten durch die Geschichte der Sklaverei in den USA geprescht ist. Aber trotzdem war's ganz amüsant und interessant mal die Uni auch von Innen zu sehen. Innen ist sie allerdings längst nicht so beeindruckend wie von außen. Als ich am Campus ankam musste ich schon einige Mal staunen. Als hätten Sie in die Rheinaue einfach ein paar Prachtgebäude gestellt und das dann Campus genannt. Leider auch in alter Nottingham-Manier total hügelig. Aber wunderschön. Aber ich will es nicht weiter beschreiben. Ich stell einfach ein paar Bilder rein und ihr seht selbst:
Von notts 2009

Von notts 2009

Von notts 2009

Von notts 2009

Von notts 2009

Von notts 2009


Ich habe lange mit dem Blog gekämpft, um die Bilder besser ein zu fügen. Aber es ging nicht anders als so. Wenn Ihr mehr und größere Bilder sehen wollt, einfach unter den Link darunter oder hier klicken und ihr kommt in mein Picasa Album.

Freitag, 11. September 2009

Angekommen

Wow, selten hat eine Reise so reibungslos geklappt wie meine hierher gestern.
Flughafen - dort von der Aufregung gepackt ins Flugzeug - Flug - Landung - Warten auf den Bus - Busfahrt - Ankommen - Laura & Leah sofort gefunden - ins Auto nach Hause - ankommen - Coco treffen - Abendessen - Bier - Quatschen - Bett. Völlig unspektakulär.
Was wiederum spektakulär war, war die Art, wie ich hier empfangen werde. Meine drei Mitbewohner sind so nett, wie ich schon geahnt hatte, völlig unkompliziert. Das Haus ist niedlich und gemütlich. Ich wurde abgeholt, bekocht und bekam heute morgen Tee serviert... Gehts noch besser?
Ok, mein Zimmer ist wirklich klein, aber ich finds auch irgendwie gemütlich. Und es reicht mir allemal für die Zeit. Also: ich habe nichts worüber ich mich beschweren kann.
Die Busfahrt gestern war zwar lang mit 4 Stunden, aber dafür wurde ich fast durchgehend durch eine wunderschöne britische Landschaft gefahren, die sich, entgegen aller Vorurteile, mit einem spektakulären Sonnenuntergang und keinem Wölkchen am Himmel ins Dunkel verabschiedet hat.
Gleich werde ich dann mal die Gegend ein bißchen erkunden, nen Supermarkt finden und vielleicht mal bei der Uni reinschauen. Ich warte nur noch auf meine irische Mitbewohnerin Leah, die mir die Richtungen ein bißchen zeigen wollte.
Bald werde ich dann auch hier mit den ersten Fotos aufwarten. Vielleicht gibt es ja was von der Karaoke Party zu berichten, auf die ich heute abend eingeladen bin...
Fazit: Ich freu mich auf ein großartiges halbes Jahr. Es fühlt sich wirklich alles sehr gut an bisher. Ich bin gespannt auf mehr.

Mittwoch, 9. September 2009

Morgen gehts los!

Morgen um diese Uhrzeit werde ich schon fast in Nottingham sein. Mein Bus wird auf jeden Fall gerade auf meine neue Heimatstadt für die nächsten 5 Monate zurollen und meine netten neuen Mitbewohner hoffentlich schon auf mich warten.
Gerade noch in letzter Sekunde habe ich eine Hausarbeit fertig gestellt. Die geht morgen noch schnell per Post nach Berlin. Dann noch schnell ein paar Pfund an der Bank abholen, packen, was reinpasst und ab gehts.
Ich werde baldmöglichst berichten, wie's läuft bzw. gelaufen ist und genieße nun die letzte Nacht in Deutschland im elterlichen Gästezimmer und morgen früh noch schnell das letzte Körnerbrot.

Dienstag, 1. September 2009

Disneys Bild von Notts



Das ist das Bild, was mir Disney von Nottingham vermitteln möchte. Soll ich das etwa glauben? Ich denke, ich werde einen Hauch optimistischer bleiben...

Dienstag, 25. August 2009

Britisch reisen

Vor lauter Freude über mein WG Zimmer habe ich gestern garnicht erwähnt, dass auch die Anreise soweit steht. Ich fliege vom guten alten Kölle mit Germanwings nach London Stansted. Von dort aus geht es weiter mit dem National Express Bus. Vier Stunden Fahrt nach Notts für schlappe 12 Pfund. Das ist man ein gutes Angebot. Überhaupt wurden mir die Busse nun auch von anderen empfohlen um schnell und vor allem günstig von A nach B zu kommen. Gute Informationen gibt es dazu auf www.nationalexpress.com.
Ich werde bei Gelegenheit rechts mal ein kleines Linkverzeichnis einführen...

Montag, 24. August 2009

House Hunting Prey

Heute, als ich aus der Dusche kam, lag eine Email in meinem Postfach. Von Laura, mit der ich schon vor ein paar Wochen Kontakt aufgenommen hatte, weil sie und ihre Mitbewohner noch einen vierten "Housemate" suchten. Ein bißchen hin und her geschrieben und dann heute die Zusage: ich darf einziehen. Das Zimmer ist zwar recht klein (für britische Verhältnisse, was heißt, dass es hier winzig wäre), aber es ist mir wichtiger, dass ich nette Leute um mich rum habe. Außerdem gibt es ja noch ein schönes, gemütliches Wohnzimmer und nen Garten mit Tischtennis und Hühnern. Das Haus ist dann noch perfekt gelegen, im Studiviertel Lenton, genau zwischen Innenstadt und Uni, in ner netten Straße, die ich dank Google Street View auch schon virtuell besucht habe. Das moderne Leben kann unglaublich pervers sein...
Nun wollen noch zwei Hausarbeiten geschrieben werden, auf die ich mich überhaupt nicht konzentrieren kann. Hausarbeiten sind wirklich eine Plage. Aber es muss! Deshalb heute Nacht erste Nachtschicht...

Dienstag, 28. Juli 2009

House Hunting

Ich habe nun doch beschlossen, nicht mehr nach Nottingham zu fliegen, bevor es sowieso losgeht. Stattdessen bemühe ich mich, von zu Hause aus, schon ein Zimmer zu finden und einfach mal den Bildern der Vermieter zu vertrauen...
Bisher gestaltet sich dies eher schwierig, weil viele Vermieter die Zimmer nur für 12 Monate vermieten wollen. Da komme ich mit meinen knapp 5 Monaten eher ungelegen. Immerhin habe ich schon ein Angebot in einem Haus in Beeston zusammen mit 5 anderen Studenten. Das gefällt mir eigentlich ganz gut. Leider ist es etwas weit von der Uni entfernt. knapp 2 Meilen müsste ich jeden Tag zurück legen. Ich schaue also noch ein bißchen weiter, bevor ich dieses Angebot annehme.
Ich suche überwiegend in den Gebieten Beeston und Lenton. Das sollen für Studenten die besten Wohnviertel sein. Ein bißchen unheimlich ist mir, dass es allein in Beeston 3 Golfplätze gibt. Von Radford wurde mir mehrfach abgeraten. Ich weiß aber nicht, inwiefern, dies nur Panikmache ist. Schließlich fühle ich mich im Problemkiez Neukölln auch sehr wohl.
Hier noch zwei Links für gute Studentenzimmer in Nottingham:
Unipol
Gumtree

Bei ersterem handelt es sich um ein riesiges Verzeichnis mit sozusagen "qualitätsgeprüften" Vermietern für Studentenbuden. Hier wurde ich bisher am meisten fündig. Allerdings scheint es sinnvoller zu sein, direkt bei den Vermietern an zu rufen. Auf bestimmt 20 Emails habe ich bisher 4 Antworten bekommen.
Noch immer muss ich mich um die Krankenversicherung kümmern, einen neuen Perso beantragen, einen Flug buchen, mein Zimmer in Berlin untervermieten... neben Hausarbeiten und arbeiten... Aber unter Stress kann man ja meistens am besten arbeiten...

Donnerstag, 9. Juli 2009

Schon Juli?

Ist es wirklich schon Juli?!
Oh Mann, dann sind es jetzt wirklich nur noch weniger als drei Monate bis es ab auf die Insel geht. Und immer noch hab ich jede Menge zu tun. Zum Beispiel dass, wovon ich immer gesagt habe: "Aaach das mach ich im Juli. Dann ist immer noch viel Zeit...". Jetzt ist es soweit. Hallo To-Do-Liste!
Die beiden wichtigsten Dinge sind wohl ein neuer Ausweis und ein Untermieter. Ich habe schon lange keinen Perso mehr und mein Reisepass läuft auch im November ab. Da wäre es wohl ganz ratsam sich mal wieder einen neuen anfertigen zu lassen.
Untermieter ist natürlich auch wichtig. Da muss mal irgendwie die WG zusammen treten. Das wird wohl das größte Problem, da hier Nachteulen und Frühaufsteher sich praktisch ständig die Klinke in die Hand geben. Aber es wird schon...
Mittlerweile ist schon etwas länger die schriftliche Zusage aus Nottingham ins Haus geflattert. Krankenkasse ist geklärt soweit. Die bieten mir irgendeinen wahnsinnig tollen Tarif für die Zeit an.
Was jetzt noch fraglich ist, wäre, ob ich mich für das kommende Semester beurlauben soll. Finanziell bringt es keinen Vorteil. Ich muss den gleichen Betrag zahlen. Ich sollte vielleicht noch rausfinden, ob ich das Semesterticket für die Zeit "abbestellen" kann.
Achja, wie immer: Arsch voll Arbeit. Ich vermute ich werde erst nach Vorlesungsende richtig in die Pötte kommen.